Projekttag „Bunt statt Braun“

Nach monatelanger Vorbereitung war es am 13.Oktober endlich soweit. Morgens zum Unterrichtsbeginn kamen alle Schüler und auch Lehrer zur Begrüßung in die Turnhalle. Der Überraschungsgast Storch Heinar war nur eines der vielen Highlights, die wir, die Klasse 12/1, für diesen Tag geplant hatten. Nach der Begrüßung fanden sich die Schüler in ihren zuvor gewählten Kursen ein. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Bei der Planung und Gestaltung bekamen wir Unterstützung von unseren Lehrern. Viele stellten sich bereit, unsere Gäste zu betreuen und die Kurse zu beaufsichtigen, andere haben selbst einen Workshop durchgeführt.

Für die Klassen 10 bis 12 wurde in der Turnhalle eine Debatte zur Frage "Soll die NDP verboten werden?" durchgeführt. Doch es gab noch weitere Angebote für die Schüler. Zum Beispiel erzählte Herr Büchse, der aus dem Sudetenland stammt, über sein Leben als Flüchtling in der Nachkriegszeit in Deutschland. Der Polizist .... unterrichtete die Schüler sehr anschaulich über die Zeichen und Symbole der rechten Szene. Zu unserer großen Freude konnten wir auch das Ehepaar Lohmeyer aus Jamel begrüßen, die intensiv mit den Schülern ins Gespräch gekommen sind, sowie auch die Vertreter von dem Projekt Jump, die über die Arbeit mit Rechtsaussteigern berichtet haben.

Nachdem sich unser Überraschungsgast von seiner Tanzperformance in der Begrüßungsrede erholt hatte, hielt dieser mit unserem neuen Bildungsminister M. Brodkorb einen Vortrag zum Thema Argumentieren gegen Rechts.

Der zweite Teil unseres Projekttages bestand für die jüngeren Schüler aus Auswertung der Workshops und Diskussion zum Thema "Rechtsradikalismus“ in ihren Klassen. Sie sollten sich über ihre neugewonnenen Erkenntnisse austauschen. Zu unserer großen Freude zeigten auch einige Eltern ihr Interesse an unserem Projekttag "Bunt statt Braun" und unterstützten sehr intensiv die Klassenlehrer bei der Auswertungsrunde.

Für die Klassenstufen 10 bis 12 wurden ausgewählte Filme gezeigt und danach kam es ebenfalls zur Diskussion.

Als Abschluss dieses erfolgreichen Tages fanden sich noch einmal alle Schüler, Lehrer sowie Gäste in der Turnhalle ein. Wir bedankten uns bei unseren Gästen, aber auch bei unseren Lehrern, wie Frau Schuch u. Frau Rueß, die uns in der langen Vorbereitungszeit und bei der Durchführung unterstützt haben. Außerdem wurde ein Vorschlag zur Änderung der Hausordnung vorgelesen, der nun bereits in Kraft getreten ist. Er verbietet das Tragen von rechtsextremen bzw. linksextremen Sachen, Symbolen etc.. Außerdem überreichten wir Frau Debold eine Mappe, in der alle Kontaktdaten unserer Gäste festgehalten worden sind, falls das Interesse besteht, einen Gast noch einmal einzuladen oder nächstes Schuljahr wieder so einen Projekttag ins Leben zu rufen.

Als Erinnerung an diesen Tag wurde der von Schülern zuvor gestaltete Banner unter dem Thema "Bunt statt Braun" im Foyer aufgehängt und noch heute ist ein Plakat in der Eingangshalle zu sehen, auf dem die Schüler ihre Unterschrift gegen Rechts setzen konnten.

Um ein genaueres Bild davon zu bekommen, wie unsere Mitschüler den Projekttag empfunden haben, musste jeder einen Fragenbogen ausfüllen, in dem er den Tag bewerten konnte. Wir bekamen viele positive Rückmeldungen, wie die von Friederike Harz:

"Ich denke, der Aktionstag "Bunt statt Braun" war für uns alle ein besonderes Erlebnis. Die Workshops und Gesprächsrunden haben uns tiefe Einblicke vermittelt und nicht zuletzt die Spielfilme ließen diesen Tag unvergessen bleiben. Ich habe die Produktion "Sophie Scholl - Die letzten Tage" am Projekttag angeschaut und viele Szenen haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch die Debatte zum Thema NPD-Verbot, an der ich selbst teilnahm, hat mich in meinem Wissen bereichert. Die 12. Klassen haben großes Engagement, Organisationstalent und Durchhaltevermögen bewiesen und ein wichtiges sowie gelungenes Zeichen gegen den Rechtsradikalismus und NPD gesetzt."

Ein von Alexandra Brüggmann gedrehter und im Jugendfilmstudio geschnittener Film erinnert an diesen vielfältig gestalteten Tag gegen Rechts.