Geschichte einmal anders

Anlässlich des Gedenktages für die Holocaustopfer hielt Sven Schiffner vom Förderkreis „Cap Arcona Gedenken“ am Freitag, dem 27. Januar, einen Vortrag über die Cap Arcona und ihren Untergang. Alle 10. Klassen des Gymnasiums am Tannenberg sowie der Bürgermeister Lars Prahler und Stadtarchivar Alexander Rehwaldt waren anwesend um sich den Vortrag des Hobbyhistorikers anzuhören. In dem Vortrag ging es zunächst um die Fakten und die eigentliche Verwendung der Cap Arcona, bevor sie ein Schiff für Häftlinge wurde. Dann kam Schiffner zu der damaligen Situation, den Konzentrationslagern und dem Untergang des Schiffes, wobei er viele Bilder verwendete. Damals starben in der Lübecker Bucht am 3. Mai 1945 auf dem Schiff 7000 Häftlinge, vorwiegend aus dem Konzentrationslager Hamburg-Neuengamme, die Opfer von Bomben der britischen Air-Force-Piloten wurden. Dabei gelang es Sven Schiffner sehr gut die Ereignisse von damals für uns bildlich darzustellen und lebendig werden zu lassen. Er vermittelte uns mit viel Wissen, Bildern und Ausschnitten aus Dokumentarfilmen, wie grausam damals die Zustände in den Lagern sowie auf dem Schiff waren und das Leid der Menschen wurde sehr deutlich. Er erklärte genau, warum und wie schnell sich das Feuer auf dem überfüllten Schiff ausbreitete und wie die Menschen reagierten. Dazu sahen wir auch einen Interviewausschnitt von einem Betroffenen, der den Untergang überlebt hatte. Zum Schluss holte er uns zurück in die Gegenwart, indem er uns Bilder von Todesanzeigen zeigte, in denen Angehörige schrieben, dass sie ihre Familienmitglieder und Freunde noch immer vermissen. Außerdem stellte er  mit einem Gerichtsprozess über einen 94-jährigen ehemaligen SS-Sanitäter auch einen aktuellen Bezug her. Danach konnten alle Schüler Fragen stellen, die Sven Schiffner dann beantwortete und es wurde deutlich, dass er mit seinem Vortrag nicht nur die damaligen Ereignisse wieder lebendig gemacht, sondern auch viele Schüler zum Nachdenken angeregt hatte.                                                                       

Er verwies nochmal auf die Gedenkstätte in Grevesmühlen, die sich hinter unserer Schule befindet. Unsere Mitschülerin Laura Zander überreichte ihm anschließend, für uns alle stellvertretend, ein kleines Dankeschön für seinen spannenden Vortrag, mit dem er verhindern will, dass damalige Ereignisse in Vergessenheit geraten.

 

Verfasserin: Celina Exposito Leon HHdsjnhjkfh