Geschwind zum Arzt – Josis Abenteuer

Es war getan, fast eh‘ gedacht – in höchster Legenot und von qualvollem Schmerz gezeichnet, musste rasche Hilfe für unsere Schildkröte „Josi“ her. Erster Anruf beim nächsten Tierarzt – keine Hilfe möglich. Ein weiterer Anruf beim Spezialisten in Wismar – Urlaub. Dann ein Anruf nach Rostock – niemand nahm den Hörer ab… Der Verzweiflung nahe ob der dringlichen Lage, fanden wir schließlich eine helfende Hand in Frau Otto aus Dalberg. Sogleich befand sich Josi in der Transportbox – sehnsüchtig Hilfe erwartend. Voller Unruhe und Pein entkriecht sie fast dem Karton. Nur durch rigoroses Handeln verbleibt sie darin.

Endlich – die Ankunft. Der Kampf um Leben und Tod beginnt! Es geht schnell: Dammschnitt, Oxytocin- und Calcium-Infusion. Aber Josi, gebrandmarkt von der Legenot, stellt sich stur. Ein Röntgenbild muss her, um die Lage einzuschätzen. Das erste Ei muss entfernt werden. Ein Stich, ein kurzes starkes Zusammendrücken – und die Erleichterung ist da. Von höchstem Druck erlöst, entfährt Josi ein befreiendes Seufzen. Doch es bleiben noch zehn weitere Eier. Ruhe bewahren. Die Zeit vergeht. Minute um Minute, Stunde um Stunde. Doch Josi verweigert jegliches Tun.

Nach einer aufreibenden Nacht über Herrentag beim Arzt kehrt Josi zu ihrem vertrauten Heim zurück. Sie braucht das Terrarium für sich allein: ergo, das Männchen muss raus! Nun hat sie drei Tage Ruhe für das Legen der Eier.

Montag Morgen. Gespannt wird der Sandbehälter für die Eiablage durchsucht. Doch es findet sich nichts. Das Terrarium wird abgesucht. Es findet sich kein Ei. Es heißt erneut: Ab zum Arzt!
Erneut eine Infusion, um den Uterus anzutreiben. Doch es passiert nichts. Es bleibt nur noch eins: Zangengeburt! Jedes Ei wird einzeln herausgeholt. Aber es braucht Zeit. Josi muss wieder beim Arzt verweilen…

Wie es mit Josi weitergeht, ob die Eier befruchtet sind und Hybride aus ihnen hervorkommen, dass wissen wir erst in den nächsten Tagen. Es bleibt aufregend!

C.Timm